Liebesfilme
Mit einem Liebesfilm ist es ja eigentlich ganz einfach (fast wie im richtigen Leben also!): Normalerweise behandelt ein Liebesfilm das Thema Liebe zwischen zwei Menschen. Erfüllt sich diese Liebe, gibt es ein Happy End und er ist als Romanze einzustufen. Bleibt die Liebe unerfüllt, so handelt es sich um ein Melodram. So einfach ist das – oder eben auch nicht, denn der Liebesfilm ist meines Wissens nach das einzige Genre, welches mittlerweile in nahezu jeder anderen Filmart eingebettet werden kann.
Da lieben sich zum Beispiel Tiere in Dokumentarfilmen, das Opfer liebt ein Monster oder Wesen aus dem All und ehe man sich versieht schaut man einen Thriller, Horrorfilm oder Sciencefiction-Klassiker. Der typische Liebesfilm ist kaum noch anzutreffen und liegt nicht mehr im Trend. Hollywood bedient sich lieber der humorvollen Linie und erzählt uns leichte Geschichten aus dem Leben – eingebettet in komödiantisch-romantische Gerüste, die zum Lachen, Träumen und hoffen anregen. Eben ganz der heutigen Single-Dominierenden Welt angepasst!
Wo aber bitte bleibt da der klassische Liebesfilm wie „Vom Winde verweht“ oder „Casablanca“? Auch diese Filme sind ja nicht nur Liebesfilme, sondern Epen der Filmgeschichte, Dramen und Kriegsgeschichten etc. etc. – und doch: Die festen Hauptelemente sind immer noch die Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen und diese Elemente prägen halt einen Liebesfilm. Ebenso verhält es sich mit „Titanic“ – niemand käme auf die Idee im ersten Atemzug diesen Film als Geschichtsdoku zu bezeichnen; es ist und bleibt ein Liebesfilm!
Diese konsequente Überlagerung von amourösen Intentionen über filmgeschichtliche Aspekte wurden schon früh geprägt. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts formte Wiliam Heise mit dem Skandalfilm „Der Kuss“ den Begriff „Liebesfilm“ maßgeblich. Hollywood nutzte diese Form der neugierigmachenden Werbung um neuen Schauspielerinnen und Schauspieler bekannt zu machen. Brillant und glamourös wurden für Leinwandpaare wie Katharine Hepburn und Spencer Tracy oder Myrna Loy und William Powell herzergreifende und tragische Storys verfasst und dem interessierten Publikum präsentiert.
Der letzte Senf