Horrorfilme
Der Horrorfilm als immerwährende Gruselshow
Die Kinder- und Jugendjahre und der Horrorfilm
Das vom verbotenen Naschen ist ganz stark im Kindsein ausgeprägt und spiegelt sich auch ganz stark im Filmschauen von Erwachsenenfilmen, die eine FSK-Freigabe und daher erst eigentlich ab 18 Jahren gesehen werden dürfen, wider. Da ich als Kind da genauso wie viele andere Kinder war, aber mich auch wie viele andere älter fühlte, wollte ich speziell solche Filme sehen, bei denen man aufgrund der dort ausgelösten großen Ängste und Schrecken sein schon eigentlich vorhandenes Mannsein zeigen konnte – dem Horrorfilm. Daher schlich ich mich öfters am Wochenende nachts gegen Mitternacht ins Wohnzimmer und schaute mir dort Horrorklassiker wie John Carpenters “The Fog – Nebel des Grauens”, Stanley Kubricks “The Shining” oder die gruseligen Jack-Arnold-Filme (wie “Tarantula” oder “Formicula”) an. Und jedes Mal hatte ich hierbei vor lauter Angst die Decke bis fast oder ganz über die Augen gelegt, so dass ich häufig nur die schreckliche Musik, Stimmen und Geräusche vernahm. Auch hatte ich oftmals danach so große Angst in mir, dass ich mich nicht mehr traute ins Schlafzimmer zurück zu gehen und auf dem Sofa nächtigte – natürlich die Decke bis über die Ohren gezogen. Das zog sich dann genauso bis zu meinem jugendlichen Alter so fort.
Die Erwachsenenjahre und der Horrorfilm
Als ich das erste Mal dann schließlich mit 18 Jahren einen Horrorfilm im Kino sehen durfte (David Cronenbergs Remake des Horrorklassikers “Die Fliege”), war die Freude hierüber sehr groß, aber auch gleichzeitig die Angst – da ich keine Möglichkeit sah mich zu verstecken. Zwar viel mir während des Filmes zum Glück ein, dass man ja zwei Hände zur Verfügung hatte, die man schützend vor das Gesicht legen konnte, aber ich hatte ungelogen den kompletten Film über mächtig die Hosen voll. Das war dann auch für lange, lange Zeit der letzte Horrorfilm den ich mir im Kino anschaute. Neuere Horrorfilme wie die “Scream”-Trilogie oder Vampir-Filme (wie Neil Jordans “Interview mit einem Vampir” oder John Carpenters “Vampire”), die für jeden Filmliebhaber ein absolutes Muss sind, schaute ich mir dann wieder zuhause vorm Fernseher an – oft ohne Decke zwar, aber dafür zu einer nicht allzu späten Uhrzeit. Als ich mir ab und an aus Unwissen über das genaue Genre des Filmes einen Horrorfilm im Kino wieder anschaute, war zum Glück stets meine Freundin an meiner Seite – dadurch konnte ich den Horror vor Augen viel besser ertragen.
Der letzte Senf